Karla Kolumna
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Welcome to Autralia

Donnerstag, 14. Februar:
5.00 Uhr Flughafen Duesseldorf

Wir waren hundemuede.
Beim Eintreten in die Halle stellte Kiki fest: annuliert! Meine Reaktion: "alles klar, veraeppel uns nicht". Aber leider stimmte es, British Airways hatte unseren Flug nach London annuliert. Also ab zu deren Schalter. Dort stellte sich heraus, dass wir mit der Lufthansa nach London fliegen. Schoen, schoen. Auf zu deren Schalter und das Gepaeck einchecken. Ging aber nicht, weil unsere Rucksaecke zu gross sind. Hmm, heavy duty bzw. oversize, war ja klar. Auf zum Sondergepaeckschalter.

Nach dem Einchecken war der erste Schrecken der Annulierung wieder abgeflaut, welcher jedoch im Flugzeug von einem neuen direkt abgeloest wurde: der Gesamtrechner der deutschen Flugsicherung, welche den Flugverkehr ueber Deutschland regelt war abgestuerzt!!! Es konnte kein Flugzeug starten. Da wir in London 4 Stunden Aufenthalt hatten, konnten wir relativ ruhig bleiben. Zum Glueck ging es statt der erwarteten Stunden, bereits nach 30 Minuten weiter.

Ab nach London Heathrow.

Dieser Flughafen ist nicht wirkliche eine Perle, aber immerhin gab es genuegend Sitzmoeglichkeiten, die von mir auch gleich zu Liegemoegliochkeiten gemacht wurden, denn im Gegensatz zu Carina hatte ich im Flieger kein Auge zu gemacht. Die meiste Zeit hab ich in London also geschlafen.


Um dreiviertel eins ging es dann mit Quantas weiter nach Hong Kong.
Mit einer Boing 747. Heidewitzka sind diese Dinger riesig!!!
Leider sassen wir an der Tragflaeche, sodass wir weder gescheid raussschauen, noch entspannt reden oder fernsehen konnten (unglaublich laut auf diesen Plaetzen).


Der tolle Sevice von Quantas gleicht die arg beengte Beinfreiheit wieder aus. Wir wurden den ganzen Flug ueber mit Essen vollgestopft, bevor wir ueberhaupt an Hunger denken konnten.

Meine Erkaeltung fand fliegen leider gar nicht gut. Nur soviel sei gesagt: ich weiss seitdem, wie sich brennende Verbindungskanaele zwischen Ohren, Augen und Rachen anfuehlen.

Freitag, 15.02.
Nach ca. 13 Stunden waren wir in Hong Kong.

Von dort ging es eine Stunde spaeter, incl. einer Stunde Verspaetung endlich auf die letzte Etappe. Ziel: Melbourne.

10 Stunden spaeter hatten wir unser Ziel endlich erreicht. man vergisst doch tatsaechliche zwischendurch, dass es irgendwann dann doch zu Ende sein wird.

Nach dem so unglaublich viel schief gegangen war, konnte es doch eigentlich nicht mehr schlimmer werden, oder?
Abwarten.

@Dina: Sie sagten:"es haette schlimmer kommen koennen" und es kam schlimmer.

In Melbourne mussten wir erstmal ALLES an Lebensmitteln schweren Herzens in den Muell werfen, durch die Passkontrolle und an einer gesonderten Stelle auf unser oversized Gepaeck warten.
Leider kam da aber kein Gepaeck.
Auch nach einer Stunde noch nicht.
Und auch nach 1,5 stunden noch nicht.
Bei der Beschwerdestelle erfuhren wir dann, dass unsere Trekking-Rucksaecke LOST waren - wech, nicht da, irgendwo anders.

Waehrend unserer ganzen Warterei hatte unser Abholservice beschlossen, schon mal weg zu fahren, denn er hatte ja auch noch andere Passagiere. Nun standen wir ohne Gepaeck, ohne Geld und ohne Transfer um Mitternacht am Melbourner Flughafen. Toll.
Zum Glueck war die Infofrau sehr nett und hat unseren Fahrer (sie kannte ihn) angerufen und bescheid gegeben, dass wir nun doch da seien und gerne abgeholt werden moechten.


Samstag, 16.02.
Ihr glaubt es nicht.
Um ca. 2 Uhr morgens erreichten wir unseren Backpackers (geplant war ca. 23 Uhr) und dadaaaa: es gab nur ein Bett!!!! Ahhhhhrg. Ich hatte das alles extra aus Deutschland gebucht und die habens einfach verpeilt und mein Bett jemand anders gegeben. Aber alles halb so wild, denn ich konnte in einem anderen Zimmer unterkommen.

Geschlafen haben wir dann eh nicht lang, denn bis wir im Bett waren, war es bereits halb vier und um 9 sind wir schon wieder zum Fruehstueck runter.

Nachmittags mussten neue Plinten und Shirts her, damit wir die anderen (welche wir seit drei Tagen anhatten :-() endlich mal waschen konnten.

Heute ist der zweite Tag und unser Gepaeck ist immer noch nicht da. Wir haben jetzt um einen Tag verlaengert. Wenn wir Pech haben (und davon haben wir ja nun eigentlich ne ganze Menge dabei), koennen wir erst Dienstag nach Adelaide weiter. Nicht gut, denn da muss ich die Arbeit fertig schreiben und brauche so viel Zeit wie moeglich.

Ausserdem: ICH WILL MEINE SACHEN!!!!!!

Achja, hehe, und ganz nebenbei: Melbourne ist super!
Nicht so schoen wie Sydney (vielleicht revidiere ich das in einem Monat), aber toll. So sollten Grossstaedte sein. Kein Vergleich mit den haesslichen Dingern in Europa und schon gar kein Vergleich mit Dortmund (hehe).


Bis zum naechsten Internetbesuch;

P.S.: der Husten ist immer noch da und arg, sodass mich bestimmt schon alle Zimmergenossinnen hassen
17.2.08 03:35


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Bericht II Nachtrag von Montag, 18.02.

Hallo ihr Winterhocker (außer Lena-Marie)

Heute ist Tag drei in Melbourne
(eigentlich wollten wir gestern schon nach Adelaide) und wir haben unser Gepäck immer noch nicht!!! Langsam aber sicher setzt somit auch der Koller ein, denn wir haben wirklich keine Lust hier noch länger zu sitzen und zu warten.


Sitzen ist ein gutes Stichwort: ich kann nicht mehr laufen. Nachdem wir den Samstag über in unseren dicken Wanderstiefeln acht stunden durch die Stadt getigert sind, haben wir uns abends flipflops gekauft.
Tja nun, wie das so am Beginn der saison ist und vor allem wenn die flipflops neu sind: man bekommt Schwielen. bei mir ist es leider nicht bei schwielen geblieben und so waren gestern nach kurzer Zeit meine Füße an allen erdenklichen Stellen hin. Gut, dass ich Betaisodonna-Salbe mit habe. Schlecht, dass sie im Rucksack ist :-(
So geht es uns mit allen Sachen. Ständig sagt eine von uns: "Tja, das hätte ich im Rucksack"

Ein Laden auf der Chapelstreet. Carina wollte mich davor fotografieren, aber was zu weit geht, geht zu weit ...

Hilft alles nichts.
Wenn die Rucksäcke heute nicht kommen, werde ich wirklich böse, denn drei Tage ist doch wohl alleroberste Schmerzgrenze!

Zum Wetter: Hier ist es richtig heiss! wir haben ca. 30 °C, aber durch einen steten Wind lässt es sich gut aushalten.
Leider ist unsere Sonnencreme auch - wo? - na klar, im Rucksack. So mussten wir uns am Samstag erst welche kaufen. Nur: bis wir Geld hatten und in die Stadt gelaufen waren, waren wir auch schon beide ganz ordentlich verbrannt. Super! Am ersten Tag gleich mal einen Sonnenbrand mitgenommen, als wenn dafür nicht noch 65 Tage vor uns lägen. Mich hats vor allem im Gesicht erwischt und das so arg, dass ich mich seit heute morgen schmerzhaft pelle.

Ihr könnt mir glauben, ich habe richtiggehend Angst vor allem, was noch schief gehen wird. kann mir nicht vorstellen, dass eine so ausgeprägte Pechsträne aprubt enden wird.

So viel erstmal vom anderen Ende der Welt. Seid alle lieb gegrüßt!
20.2.08 02:19


Bericht III, Mittwoch 20.02.

Wir haben just Montag Abend unser Gepäck bekommen. (Und Nils Umlaute sind auch angekommen ;-)
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schöne das war.
Wir sind dann auch sogleich downtown gefahren, um uns noch Zugtickets für den nächsten Tag nach Adelaide zu kaufen.
>Melbourne ist auch Nachts eine Perle<

Eine Straßenbahn, extra für uns Liebhaber des Flying Circus.


Am Dienstag früh ging es um halb sieben vom Pints on Punt (unser Backpackers mit der Bar) auf zum Bahnhof und in den Zug. Leider mussten wir nach gut zwei Stunden in den Bus wechseln. Aber: hier sind die Langstrecken-Busse nicht so beengt wie bei uns. Wir hatten richtig viel Beinfreiheit und weitere neun Stunden Reise vor uns.
Schon am Montag war es in Melbourne ganz schön heiss geworden, aber was wir auf der Fahrt erlebten, war in keinster Weise damit vergleichbar. Bei einem Raststop dachte ich, ich würde vorm Motorblock des Busses stehen, aber nein. 37°C und eine mijooooon Prozent Luftfeuchtigkeit. Das war wie eine Wand, gegen die man lief, wenn man aus dem klimatisierten Bus stieg.

Abends in Adelaide angekommen brauchten wir zuallererst mal ein Zimmer. Leider ist die Stadt so gut wie ausgebucht und alles was wir bekommen haben waren zwei Betten in einem achter.

In Adelaide war es den ganzen Abend noch über 30°C und ist erst Nachts mit plötzlichem Wind abgekühlt.
Heute Morgen ist es so kühl, wie an noch keinem anderen Tag hier in OZ. Carina beschwert sich auch schon wieder, dass sie jetzt friert.

Wir haben uns auf den Weg in die Bibliothek gemacht, denn ich habe hier ja noch einiges zu tun. Diese Idee hat sich als noch besser als erwartet herausgestellt, denn hier gibt es freies Internet, mit meinem eigenen Laptop. Nur email kann ich nicht richgtig abrufen, dass haben sie wohl gesperrt. Bestimmt aus gutem Grund.

Hier ist auf jeden Fall die optimale Umgebung, um mich auf den Endspurt zu begeben.

Die Situation meiner Füße verschlechtert sich, weshalb ich die einzige Person im Backpackers bin, die mit sneakern rumrennen muss. Nicht gut. Ebenso der Sonnenbrand auf meiner Stirn. Das ist auch der Grund, warum es vorerst keine Nahaufnahmen von mit geben wird .

Fotos kommen dann in den nächsten Tagen, hab vergessen sie auf den Stick zu ziehen.


Liebe Grüße
Helenpeeledoff
20.2.08 02:45


Bericht IV Freitag, 22.02.

Wie auch gestern schon, sitze ich heute wieder in der State Library und schreibe an meiner Diplomarbeit. Naja, erstmal surfe ich, denn ich muss ja auf dem Laufenden bleiben, was bei euch daheim so alles passiert.

Ich kann gar nicht glauben, das wir erst seit einer Woche in Australien sind. Mir kommt es schon viel länger vor.

In Adelaide sind immer, also wirklich IMMER irgendwelche Festivals. Manchmal auch mehrere auf einmal. Heute beginnt das Fringefestival. Außerdem ist hier in der Stadt Autorennen. - Ähja, genau, IN der Stadt.
Muss sowas wie DTM sein, also Tourenwagen. Bin schon gespannt, wie das wird.
Außerdem ist am Sonntag Carlos Santana da und gibt bei dem Rennen ein Konzert. Leider sind die Tickets für uns nicht erschwinglich.

Gestern Morgen ist Carina in der Küche beim Frühstück (ist incl.) mit ihren tollen roten Flipflops oder thongs, wie die Dinger hier heißen, so arg am Boden festgeklebt, dass der Zehensteg abgerissen ist. - ich muss schon wieder lachen, wenn ich nur dran denke - Da hatte wohl irgendwer Marmelade verkleckert und die ist hier so richtig süß. Da babbt alles fest.

Ansonsten sind die Tage hier nicht so spannend. Carina war gestern das erste Mal am Strand, war aber nur mit den Füßen im Wasser, denn es war hier nur 23 °C warm (hehe).


Heute braucht ihr nicht neidisch zu sein, denn das Wetter ist richtig schlecht, es ist um die 20° und es nieselt. Nich schön, aber mir solls egal sein. Sizte hier klimatisiert.

In unserem Backpackers ist nicht nur das Frühstück inklusive, sondern auch warmer Apple Pie mit Sahne, jeden Abend um acht. Aber man muss on time sein, denn der ist um 5 nach acht schon auf. Alle sind ganz wild auf den Kuchen.

So long
Helendownunder, already peeled

--> Jetzt hat Carina die Pellerei
22.2.08 01:58


Bericht V, 23.02., Adelaide

Wieder in der Bibliothek zu Gast.


heute habe ich leider keine Zeit viel zu schreiben, aber dafür gibts wieder Bilder.

Wir haben hier Verena aus Hessen kennengelernt, die das Essen in der Bar unseres Backpackers macht.

sehr kleine Küche, viel Arbeit und dann auch noch der freie Apple Pie ;-)

Gestern waren wir zum ersten mal aus. Für mich war es sogar das erste mal seit monaten, denn durch die Diplomarbeit bin ich abends ja nicht mehr weggegangen.


Ähnlich wie Kirmes oder Rummel. Weniger Essen und Trinken, als kurioses, wie zum Beispiel die Silent Disco:


Sehr coole Idee und extrem Geräusch arm. Sieht vor allem von außen witzig aus, wie die Leute alle scheinbar ohne Musik tanzen.


War ein sehr schöner Abend, zumal auf einer großen Bühne mit Displayshow dann auch noch live elektro gespielt wurde.
--> Thor, du hättest deine Freude gehabt. Ich hatte sie.


Jetzt muss ich hier mal aus dem Quark kommen und weiter arbeiten, also make it good
helencelebratingdownunder;
23.2.08 04:21


Bericht VI, Nachtrag zu Sonntag, 24.02.

Rückblick:

Am Sonntag war neben dem Fringefestival auch das große Clipsal 500 Autorennen hier in der Stadt. Die Wagen haben schätzungsweise die gleiche Klasse wie die Deutsche Touren Meisterschaft, aber genau kann ich das auch nicht sagen.
Eigentlich hat uns das Autorennen auch nicht so brennend interessiert, aber Reiner, ein ausgewanderter Hesse (erst nach NZ und jetzt in OZ) hatte raus bekommen, dass als special feature Carlos Santana mit Band am Abend auftreten wird.

Wann bekommen wir schon mal die Chance Santana live zu sehen? Eben, deshalb haben wir uns Tickets für das Rennen besorgt ('tschuldige Nils, aber den Tipp konnte ich nun wirklich nicht annehmen) und sind um 12 Uhr zu dem abgeriegelten Bereich.
Holla die Waldfee war da was los. Ich war in Deutschland noch nie bei so einer Veranstaltung, aber das war noch mal ein openair Festival für sich. In der Mitte war das große Bühnen oval, mit gigantischen Displays auf denen man das Rennen verfolgen konnte.
Vor Beginn des Hauptrennens gab es noch eine Flugshow von vier Armeefliegern.

Direkt über unseren Köpfen, so dicht, dass man auf den Fotos die Beschriftung lesen kann! Sehr cool, aber vor allem sehr LAUT.


Von dem Rennen haben wir immer nur Teile mitbekommen. Zwischendurch bin ich mit der Kamera immer mal wieder zur Strecke gegangen, um ein paar Fotos zu machen. Diese Autos zischen ein einem wahnsinns Tempo an einem vorbei, sodass man nicht wirklich viel sehen kann. Außer, wenn mal wieder das Safetycar draußen war, wegen einem der heftigen Unfälle – was ungefähr sechs Mal passiert ist.
Wir lagen auf der großen Wiese vor der Bühne und sind phasenweise sogar weggenickt. Zum Glück war es fast den ganzen Tag bewölkt.
Gewonnen hat ein Herr namens Whincup, der auch die letzten Rennen in Folge gewonnen hatte (Name = Programm).
Soviel zum Rennen.

Im Anschluss gab es zwei Vorbands: eine nur in Adelaide bekannte und eine in South Australia wohl sehr bekannte (Doc Nelson's Angels oder so ähnlich). Komischer alter Mann, haben bekannte Lieder gespielt, waren ganz okay, geliebt von den Australiern.

Um 19 Uhr wurde die Bühne umgebaut, Instrumente rein getragen, Monitore (Boxen) aufgestellt, ...
und die ersten Musiker haben ihren Platz eingenommen: ein Pianist, ein Gitarrist, ein Trompeter, ein Posaunist, ein Schlagzeuger, ein Perkussionist, ein Trommler (?, Congas und Bongos etc.), ein Bassist und zwei Sänger.
Ganz leise fing im Hintergrund Musik an und auf den großen Displays sah man die weiße Taube (wie in einem der Videos von Santana).
Die Musik wurde lauter und auf einmal kam ein kleiner Mann mit Mütze auf die Bühne und stieg mit seiner Gitarre in die Musik der anderen mit ein.

Carina und ich dachten beide gleichzeitig: Hey, Helge Schneider ist dabei! Hehe, Carlos Santana sieht ihm zum Verwechseln ähnlich. Aber der Unterschied war ziemlich schnell hörbar.
Darauf folgten zwei Stunden Konzert, plus einer halben Stunde Zugabe und einer Videoshow von Santana (über die Jahre), plus weißer Taube am Ende.



Es war unbeschreiblich!!! Deshalb kann ich hier nicht mehr darüber schreiben. Aber ihr könnt sicher sein, dass Carina und ich immer wieder davon erzählen werden.

Um halb zehn läutete ein zwanzig minütiges Feuerwerk das Ende der Veranstaltung ein und wir sind mit den anderen tausenden Menschen über die Rennstrecke zum Ausgang gebummelt. Jeder von uns einen anderen Ohrwurm vor uns hersingend.

Alles Liebe
Helenfreedomdovedownunder
26.2.08 09:04


Bericht VII, Dienstag, 26.02.

Wir haben gestern den Backpackers gewechselt, um die letzten Tag in Adelaide am Strand verbringen zu können. Das heisst Carina kann die letzten Tage am Strand verbringen, ich nicht.

Sonntag auf dem Konzert fingen bei mir die ersten miesen Stiche an den Armen an zu jucken. Gestern waren es dann schon beunruhigend viele, sodass wir erst an bedbugs (Bettwanzen, gibt es hier in den meisten Hostels) oder Flöhe gedacht haben. Die Stiche sehen auch tatsächlich wie Flohbisse aus (hab im Internet recherchiert) und ich meinte zu Carina schon, sie könne mich Jim aus Texas nennen. Wir haben auch schon Strategien ausgeknobelt, wie wir das Vieh wieder loswerden könnten.
Heute Nacht war die Hölle. Ich bin alle Nase lang aufgewacht, weil ich mich wie verrückt gekratzt habe. Die anderen im Zimmer konnten alle nicht schlafen, weil der eine Typ so unglaublich laut geschnarcht hat und mich hats nicht mal gestört. Ich war so damit beschäftigt, mich selbst vom Kratzen abzuhalten, dass ich das gar nicht richtig mitbekommen habe (--> The Itchy and Scratchy Shooooooow!!!).
Heute Morgen ging es mir dann wahrlich nicht gut. Ich bin übersät mit roten Pusteln und könnte mich am liebsten auf den Boden werfen und winden.
Als wir in der Apotheke nachfragten, was es sein könnte, und der Apotheker meinte, es sind wohl Tierbisse, war ich erst beruhigt. Hatte nämlich schon an Windpocken gedacht.
Noch in der Apotheke wurde mir so furchtbar schwindelig, dass ich mich auf den Boden legen musste, um einen Abflug zu verhindern. Die Leute in der Apotheke waren so nett, gleich ein Kissen und ein nasses Handtuch zu holen. Außerdem riefen sie bei einem Arzt an und die eine Frau fuhr uns sogar mit ihrem Auto dort hin.
Tja, das Ende vom Lied: ein Infekt. Keine Ahnung was genau es ist, aber es ist definitiv nicht von Tieren, sondern wohl so etwas wie Windpocken. Husten, entzündeter Hals, wahnsinnig juckende Pocken (merkwürdiger Weise nicht am Brustkorb!?!), Fieber und Schwindel (hoher Blutdruck). Der Arzt meinte, ich hätte es aus Deutschland mitgebracht, denn es ist erst das zweite Mal, dass er sowas sieht. Das erste Mal war auch eine Deutsche.
Wenn es morgen noch schlimmer ist, soll ich unbedingt ins Krankenhaus.

Hat jemand eine Idee, was es sein könnte? Alle Vorschläge bitte als sms an Carinas Handynummer schicken oder an mich als mail.


Ich könnte heulen. Hoffe nur, Carina hat sich nicht angesteckt und bleibt gesund.
Super Urlaub und nebenbei müsste ich doch die DA noch fertig schreiben.

Ich verstehe das nicht. Was soll das denn? Ich meine, so viel Pech kann man doch gar nicht haben. Ich will hier nicht rumheulen, aber es geht ja noch weiter:

Carina und ich haben doch tatsächlich eine meiner Kreditkarten verloren. Wir haben sie eben sperren lassen und zum Glück hat noch niemand was damit gemacht. Vielleicht haben wir sie auch nur in unseren Sachen verbummelt. Aber sicher ist ja bekanntlich sicher.

Ich kann mich nur wiederholen: Sie sagten, es hätte schlimmer kommen können – und es kam schlimmer.

Mal sehen, was in Alice Springs alles passieren wird ...

Bis zum nächsten Erlebnis
Tim aus Jexas, alias Helenitchylikehell
26.2.08 09:04





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